Veröffentlicht in Neuerscheinung, Roman, Schreiben, Veröffentlichungen

Polieren, diskutieren, ordnen, Gesicht richten

Wenn Korrekturen der sehr lieben Lektorin in die Mailbox flattern, ist das immer interessant. Es ist ja bis dahin eine Weile her, seit ich die Geschichte geschrieben habe. Dann begegne ich meinen Figuren selbst wieder anders. Wundere mich über dies und jenes, was sie taten und sagten. Bekomme Anregungen, lehne manche Änderung ab und bin für andere sehr dankbar. Zusammen überlegen wir Details neu. Auf jeden Fall macht es Freude, ist oft knifflig, eilig, gelegentlich schwierig. Und immer ein kreativer Prozess, von dem ich nie genug bekomme.

Veröffentlicht in Leben

Stürmische Recherche

Zwischen zwei Manuskripten gilt es zu recherchieren, auch vor Ort. Ebenso aber, auch mal an einem Lieblingsort den Kopf freizubekommen. Recherche bei Sturm gestaltet sich schwierig, dafür pustet der Wind wirklich alle Spinnweben aus dem Gehirn.

Wenn dann am Lieblingsort noch der Lieblingsmensch dabei ist und die tiefe Freude an der Schönheit unseres Landes teilt, dann fehlen auch einer Schriftstellerin die Worte. Außer vielleicht: DANKE!

Veröffentlicht in Leben, Roman, Schreiben

Horizonterweiterung

Ich feiere den Anfang eines neuen Projekts mit einer Verbesserung des Arbeitsplatzes: Neuer Monitor! Da eröffnen sich Welten. Dazu eine schöne, stabileTastatur mit Erleuchtung, einem leisen, weichen Anschlag, einer Taste zum Diktieren und einer für Screenshots. Alles was ich für die Recherche und das Schreiben brauche. Der schöne Nebeneffekt ist, dass ich auch die Fotos meines Lebensfreudegefährten auf dem großen Bildschirm besser sehen kann. Vor allem mit der neuen Arbeitsbrille.

Das alles hat mir soviel Schwung gegeben und Mut gemacht, dass ich heute das Exposé von Band 2 an den Verlag geschickt habe. Nun bin ich gespannt, was wir zusammen wieder für eine Geschichte weben werden.

Veröffentlicht in Leben, Natur

Himmelsmusik

Grau war es heute über Brandenburg, und nicht nur heute. Aber wir haben uns aufgeschwungen, raus aus der Stadt, frische Luft tanken, warum nicht auch im Nebel. Kalt war es aber, sehr, an den Füßen und Händen und der Nase. Und dann doch ein gewaltiges, unerwartetes Erlebnis: Eine Musik wie aus dem Nichts, mit einem geheimnisvollen Echo in der feuchten Luft, dann das Rauschen von Schwingen. Unzählige Singschwäne, so noch nie erlebt! Obendrauf dann noch endlose Formationen von Gänsen, die es auf dieselben Rastplätze abgesehen hatten. Ein Strudel aus Leben, aus Rufen, aus Luftakrobaten, aus Schönheit, Leben pur. Da steht man und staunt, fühlt sich klein, aber groß beschenkt. Unvergeßlich.

Veröffentlicht in Leben, Schreiben

Alles bereit

So, der Schreibtisch ist zum Jahreswechsel aufgeräumt. Aufgeräumter wird er jedenfalls nicht, ein gewisses Maß an kreativer Unordnung ist etwas Unbedingtes. Das neue Jahr kann kommen, mitsamt neuen Ideen, Fehlstarts, neuer Software, Druckfahnen, Coverentwürfen, Exposés, Recherchen, Diskussionen, Mails, Videokonferenzen, netten Leserbriefen, Rezensionen lesen, ersten Belegexemplaren, endlosen Notizzetteln, Fehlersuchen, Fehler machen, Fehler korrigieren, Namen finden, Figuren einarbeiten, die sich in die Geschichten mogeln wollen, und all diesen aufregenden Dingen, die zum Autorenleben gehören. Ich freu mich drauf. Sehr.

Veröffentlicht in Leben, Schreiben

Zwischen Frost und Farbe

Egal, wie viele Bücher man schon geschrieben hat, es kommen immer wieder einmal Zweifel auf. Die Frage: Ist das überhaupt irgendwie nützlich? Bringt das jemandem etwas? Bewegt man womöglich sogar unbeabsichtigt Menschen zu Entscheidungen, die nicht gut für sie sind? Besonders zwischen den Jahren stecken solche Gedanken den Kopf aus der Zeit. In diesen Tagen, da die letzen Farben vom alten Jahr von Eiskristallen bedeckt werden und Schönheit und Vergänglichkeit so besonders deutlich nahe beieinander sind. Und dann landet ein Leserbrief im virtuellen Postkasten …

Da schreibt eine Leserin, dass sie sich nach einer Trennung neu sortiert, dass sie trotz körperlicher Einschränkung begonnen hat, ihren Garten naturnaher anzulegen, dass sie voller Aufbruchsstimmung, Tatendrang und kreativer Impulse ist und dass ihr die Inselgärtenbücher bei alledem geholfen, Freude und Antrieb geschenkt haben und den Winter leichter machen.

Man hört gar nicht oft, wie es den Geschichten ergeht, die man in die Welt schickt, ins Ungewisse, und was sie dort irgendwo, irgendwann bewirken. Oder ob sie immerhin einfach gut unterhalten.

Das ist auch nicht schlimm, denn das große Abenteuer ist das Schreiben. Und dennoch, wenn solche Rückmeldungen unerwartet hereinschneien wie ein letztes Geschenk des Jahres, das für mich ein unglaubliches, wundersames war, dann macht das Mut.

Ich sitze gerade an den Korrekturen der Druckfahnen vom letzten Band der Inselgärtenreihe, und gleichzeitig an den letzten Kapiteln von Band 1 der neuen Reihe. Und es geht mir jetzt ähnlich jener Leserin. Ich kann es kaum erwarten, Neues zu beginnen. Band 2 zum Beispiel. Dann wird schon beinahe Frühling sein, mit Schneeglöckchen, Krokussen, Buschwindröschen und allem, was folgt. Wieder ein Abenteuer!

Ich wünsche allen ein wunderbares neues Jahr, voller Mut, Impulsen und schönen Überraschungen. Oft sind ja die kleinsten davon die Größten, und so bezaubernd wie ein Eiskristall an Rosen.

Veröffentlicht in Leben

Der Engel vom See

Niemand weiß, wie er hierherkam. Allein am Seeufer, zwischen bedecktem Himmel und gefrorener Erde schwebt er und bläst unbeirrt seine Botschaft. Ein etwas schiefes, frohes, lautlos und laut zugleich tönendes Lied von Mut, Hoffnung, Freude, Weihnacht, Licht und Lebensglück. Er ist noch klein und übt noch, aber er gibt nicht auf, egal ob ihm einer zuhört, egal ob die Sonne heute noch scheint. Und man lässt ihn in Frieden, geht staunend und mit einem Lächeln vorbei und nimmt ihn im Herzen mit, den tapferen kleinen Engel, ganz allein am Seeufer zwischen Stadt und Land, zwischen einem alten und einem neuen Jahr, für Dich und mich und uns.