Veröffentlicht in Leben, Naurulokki-Trilogie, Roman, Schreiben, Veröffentlichungen

Himmelsdramatik

Es ist viele, sehr viele Jahre her, seit ich nach einem gewaltigen Gewitter diese Mammatus-Wolken aus einem Fenster der Klinik in Ahrenshoop sah. Ich glaube, es war jener Augenblick in dem ich beschloss, dass ich über diese Landschaft eine Geschichte schreiben muss. Dass dann daraus nicht nur ein Bestseller, sondern eine Trilogie wurde, die ein ganzes Netz von verwobenen Geschichten nach sich zog, konnte ich nicht ansatzweise ahnen.

Also alles wieder einmal ein Geschenk des Himmels. Des weiten Himmels über all den magischen Landschaften hier um uns herum, jene ohne eine menschengemachte Grenze dazwischen. Danke.

Veröffentlicht in Leben, Naurulokki-Trilogie, Schreiben

E N D E

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Ich kann es noch nicht glauben, aber ich habe es geschafft. Unter dem Manuskript von Band 3 steht seit heute ENDE. Und ich bin fix und fertig. Und aufgeregt. Und glücklich. Und ängstlich, ob es euch gefallen wird. Und den Lektoren, die sich noch die Haare raufen werden.

Und es gibt noch so viel zu tun, überarbeiten, kürzen, verbessern.

Noch nie habe ich ein so langes Buch geschrieben und noch nie habe ich mit einem so gerungen. Deshalb ist es mir besonders ans Herz gewachsen. Noch nie haben so viele Leser auf eine meiner Geschichten gewartet. Mit hohen Erwartungen. An den Wechsel zu einem großen Publikumsverlag musste ich mich auch erst gewöhnen, da ist doch manches anders. So viele Fachleute eines ganzen Teams, die sich mit meinem Buch befassen.

Gleichzeitig war es ein ereignisreiches Jahr, das mir zum Schreiben immer zu wenig Zeit ließ.

Und all die netten Zuschriften und Rezensionen von euch, die mich demütig und ergriffen und mutig machten. DANKE! Ohne euch hätte ich diesen dritten Band nie zu Ende gebracht.

Noch nie muste ich mich nach insgesamt über 1500 Seiten einer ganzen Trilogie von meinen Figuren verabschieden.

Und ich habe vorher nie gewußt, dass ich so etwas Umfangreiches schreiben will, geschweige denn, dass ich es kann.

Jetzt werde ich mein Arbeitszimmer aufräumen, in dem ich seit Wochen durch ein Meer aus Notizzetteln wate. Und auch mein Kopf muss aufgeräumt und gelüftet werden.

Myra Webelhuth und die anderen sind es, die ein Eigenleben entwickelten und mich von Tag zu Tag durch das Projekt getragen haben.

Und deswegen gibt es hier Myras Lied zu hören, das ich immer gehört habe um mich auf das Schreiben einzustimmen. Ich fand, es klingt so wie Myra ist.

Myras Lied

Ich wünsche euch leuchtende Weihnachten und danke, dass ihr da seid, irgendwo da draußen. Habt es gut miteinander.

Patricia

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Überfall an der Obsttheke

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„SIE!!!“
Kaum erfasst ihr Blick mich, fährt die Verkäuferin ihren Arm aus wie ein Zielfernrohr, zeigt mit dem Zeigefinger auf mich, und fixiert mich mit zusammengekniffenen Augen.
Ich zucke zusammen und sehe an mir herunter. Habe ich Hundedreck an den Füßen? Ist mir etwas in die Tasche gefallen, das ich noch nicht bezahlt habe?
„Haben Sie die Fortsetzung fertig“????
Die Fragezeichen schlingen sich beinahe sichtbar wie ein Lasso um mich. Ich öffne den Mund, um ihr zu erklären, dass…
„Von Ihrem Roman, Sie wissen schon!!! Es soll doch zwei Fortsetzungen gebn, nicht wahr? Da wird doch die eine wenigstens bald fertig sein!!!“
Ich hatte ihr Band 1 der Naurulokki-Trilogie geschenkt, weil sie immer so nett ist. Tja, und zu Werbezwecken. Das habe ich nun davon. Niedere Beweggründe rächen sich.
Sie verschwendet keine Zeit mehr auf Fragezeichen. Jetzt sind es Ausrufezeichen.
Ich hatte etwas von Recherche erzählen wollen, von Gartenarbeit und Pflichtaufgaben. Von Zeitmangel. Aber ich sehe es ein. Vor dieser grimmigen Miene hat das alles keinen Bestand. Ich schäme mich nur noch.
Dann versucht sie es auf die sanfte Tour. „Die Geschichte hat mich doch soo gefesselt,“ schmeichelt sie. „Warum, weiß ich auch nicht!“ (das „so spannend war sie doch eigentlich gar nicht“ verkneift sie sich.)
Ich verstaue hastig meine Einkäufe. Bloß nicht den Eindruck erwecken, ich würde Zeit verschwenden. Womöglich gar mit zu viel Essen.
Ich warte!!!“ sagt sie, jetzt wieder lauter. Hastig schiebe ich mein Geld über den Tresen. Verächtlich kehrt sie es in die Kasse.
„Auf die Fortsetzung!!“ sagt sie, um Mißverständnissen vorzubeugen. „Aber Sie arbeiten doch wenigstens daran…?!?!“ Die anderen Kunden drehen sich nach mir um, mit vorwurfsvollen Blicken. Sie wissen zwar nicht, worum es geht, aber aus der Miene der sonst so netten Verkäuferin geht eindeutig hervor, dass ich eine Untat begangen habe. Nun gut, ich habe sie gefesselt. Mit meiner Geschichte. Aber das war ich gar nicht, das war meine Protagonistin. Ich bin unschuldig!
Wieder zielt der Zeigefinger auf mich. In Herzhöhe. Gut, dass ich keinen Krimi geschrieben habe. Sonst würde sie mir möglicherweise genau vorführen wie das so laufen könnte in der Fortsetzung. Wer weiß, was sie unter der Theke versteckt hat. Für Notfälle. Oder Autoren, die nicht schnell genug schreiben.
Ich murmele Zuversichtliches und verlasse hastig den Laden. Es ist ja durchaus aufmunternd, dass die Fortsetzung so herbeigewünscht wird. Motivierend, so ein Schubser mit dem mahnenden Zeigefinger. Aber nun bin ich doch froh, dass ich nicht Mrs. Rowling bin, auch wenn die Zahlen auf meinem Konto die ganz falsche Farbe haben. Und es ist auch gar nicht so schlimm, dass nicht einmal die Regionalzeitung etwas über den Roman einer unbekannten Autorin in einem Kleinverlag schreiben möchte. Denn wenn auch beim Bäcker, in der Apotheke und auf der Bank so ein Zeigefinger mit einem vorwurfsvollen „SIE!!!“ auf mich geschossen würde – das wäre mir denn doch zu ungemütlich. Glaube ich.

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Freude und Zweifel

Hier werden wir bald ein paar Tage verbringen und ich freue mich darauf – aber ich habe wie immer Zweifel, ob ich das alles schaffe bis dahin. Peters Rollstühle, Beatmungsmaschinen und Zubehör wie Absaugkatheter, Pumpen, sterile Handschuhe etc etc. alles einzupacken und nichts zu vergessen ist jedes Mal eine Herausforderung vor der ich stehe wie vor einer Wand.
Aber wir schaffen das.
Dabei hilft mir die Freude über die überwältigenden Rezensionen für den Roman „Das Meer in deinem Namen“ bei Amazon.
Also hoffe ich mal, dass wir bald an der Ostsee sind und ich Inspirationen für Band 2 tanken kann – obwohl, im Kopf ist der schon fertig…
Jetzt muss ich nur mal tief durchatmen und die Pack-Panik beiseite schieben.
Ein großes Danke euch allen da draußen für die Kraft, die ihr mir gebt, indem Ihr meine Bücher lest!
PS: Wir haben übrigens keine Yacht und auch sonst kein Boot. Aber Träumen im Hafen und Himmel, Wasser, Boote und Menschen beobachten ist einfach wunderschön.